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Ad Astra - Zu den Sternen

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    Story:

    In naher Zukunft: der Ingenieur Roy McBride arbeitet gerade in schwindelnder Höhe an einer Weltraumantenne der Firma SpaceCom. Als plötzlich das riesige Gerät erschüttert wird, kommt es zu Explosionen, er verliert den Halt und stürzt Richtung Erde. Doch routiniert und gefasst überlebt er die brenzlige Lage. Kaum hat er die schwierige Situation hinter sich, wird er gebeten, an einer geheimen Mission teilzunehmen. Denn die Erde, wie zuvor die Weltraumantenne, wird immer häufiger von Energiewellen getroffen. SpaceCom glaubt, dass der Ursprung der Wellen der Neptun ist. Dort, wo sein Vater Clifford McBride, bei einer Mission vor 20 Jahren verschwunden ist.

    Man vermutet, dass sein Vater lebt und er für die elektromagnetischen Wellen verantwortlich ist, welche immer mehr Schäden und menschliche Opfer auf der Erde fordern. Roy willigt ein, sein Ziel ist der Mars, dort soll er einen Funkspruch in Richtung Lima-Station absetzen. denn hier soll nach so langer Zeit sein Vater noch aktiv sein. Auf dem Mars angekommen gibt er die Nachricht ab, scheinbar ohne Erfolg. Ein zweiter Versuch scheint erfolgreicher zu sein, denn die Verantwortlichen verhalten sich plötzlich seltsam. Roy bekommt keine Antworten von ihnen und soll zurück auf die Erde.

    Wie es weitergeht, wird hier natürlich nicht verraten…





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    Eindruck:

    Gerade lief Brad Pitt noch im neuesten Tarantino im Kino, schon erscheint er wieder auf der großen Leinwand, in „Ad Astra“. In dem überwiegend ruhig erzählten Science-Fiction Film glänzt erneut Brad Pitt – diesmal als ehrgeiziger Astronaut Roy McBride. Er ist der Mittelpunkt des Films, seine Figur ist stetig präsent.

    Die Akteure um ihn herum begrenzen sich auf das Wesentliche, ebenso die Dialoge. So souverän Brad Pitt den Astronauten verkörpert, so minimalistisch und auf das Nötigste begrenzt ist seine Kommunikation.

    Der Cast ist neben Brad Pitt mit Tommy Lee Jones, Donald Sutherland, John Ortiz und Ruth Negga, um nur einige zu nennen, bestens besetzt. Auch wenn der Focus enorm auf den glänzend agierenden Brad Pitt ausgelegt ist, werten alle anderen dennoch den Film gekonnt auf.

    Durch die Reise, die mit einem Zwischenstopp auf dem Mond unterbrochen wird, bekommt der Zuschauer aus dem Off Roy‘s Gedanken zu hören. Diese werden immer mehr zu Dialogen, auf der häufig einsamen und isolierten Reise. Das deutet sich aber schon am Anfang des Filmes an, denn der enorm disziplinierte Roy lebt seinen Beruf. Er erledigt die ständig wiederkehrenden psychologischen Tests seiner Diensteignung im ruhigen Takt einer Maschine, selbst nachdem Absturz von der Weltraumantenne. In den wenigen privaten Momenten reflektiert er sein Leben daheim, das bekommt der Zuschauer ebenfalls als Gedanken aus dem Off.




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    Die Inszenierung ist gespickt mit atemberaubenden Aufnahmen, die wie gemacht sind für das Kino. Sie transportieren den Zuschauer mehr und mehr weg von der Erde, bis man langsam selber das Gefühl bekommt, allein und isoliert durch den Weltraum zu gleiten. Zunehmend werden in „Ad Astra“ die Gedanken von Roy philosophischer, halten dabei auch dem Zuschauer den Spiegel vor. Man ertappt sich dabei, nicht nur darüber nachzudenken, sondern sein eigenes Leben zu hinterfragen.

    Aber auch der in der Zukunft spielende Film hält uns gekonnt den Spiegel vor, scheinbar hat die Menschheit wenig dazugelernt, geschweige sich geändert. Der gleiche Antrieb wie heute, ähnliche Probleme und unsere Arroganz bleiben unser größter Feind. Immer weiter, immer höher, wie hier zu den Sternen, laufen wir scheinbar blind in unsere Zukunft.




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    Fazit:

    Keine leichte Kost erwartet den geneigten Zuschauer hier. Der Film wird sehr bedächtig vom Tempo erzählt, hier könnte den einen oder anderen der Trailer täuschen. Die Story erzählt die Suche von Roy nach seinem Vater, ein Vater, der er nie war. Er zog seinen Job, die Mission zum Neptun der Familie vor. Allerdings merkt der Zuschauer schnell, wie der Vater, so der Sohn, auch Roy wird im Film so dargestellt, dass der Job an erster Stelle steht, danach kommt lange nichts. Und das ist die eigentliche Geschichte, eine Reise nach Antworten, aber auch der Selbstfindung. Dazu passt die gedrosselte Inszenierung perfekt, bietet Raum, das Gehörte zu verarbeiten, ohne etwas zu verpassen.

    Wer damit klarkommt und nicht einen, wie der Trailer suggeriert, eher Tempo und actionreichen Film erwartet, bekommt einen visuell eindrucksvollen Film, der eine Geschichte erzählt, die nicht nur jeder nachvollziehen kann, sondern in ihrer Herangehensweise einfach fasziniert. Denn seine Dialoge, wie auch Gedanken, wirken nicht nur glaubwürdig, sie verankern sich auch beim Zuschauer. Daher Mission gelungen, ein sicherlich etwas anderer Science-Fiction Film, aber ein besonders guter. Nicht nur wegen der imposanten Weltraumaufnahmen, die den Zuschauer schlichtweg verzaubern.


    8/10



    ©Bilder 20th Century Fox – Alle Rechte vorbehalten!









    Gruß Harry
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