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    Postal (Blu Ray)

    Erstsichtung. Uwe Bolls „Postal“ aus dem Jahr 2007 ist ein wildes, politisch vollkommen inkorrektes B-Movie, das die paranoide Post-9/11-Ära Amerikas mit dem Vorschlaghammer seziert. Cineastisch betrachtet ist diese berüchtigte Videospielverfilmung sicherlich kein großer Wurf. Der Streifen bewegt sich permanent im tiefsten Trash-Milieu und mutet oft wie ein amateurhaft zusammengeschustertes Stück Zelluloid an. Dennoch besitzt das bizarre Werk einen fast schon bewundernswerten Mut zur totalen, schmerzbefreiten Grenzüberschreitung, die man im heutigen, extrem zahmen Hollywood-Kino ohnehin vergeblich sucht.

    Die qualitative Berg- und Talfahrt des Films ist dabei zwar anstrengend, doch genau in diesem kreativen Chaos verbergen sich einige Gags, die wirklich witzig und überraschend treffsicher zünden. Boll attackiert alles und jeden – von Al-Qaida-Terroristen über schräge Sektenführer bis hin zu George W. Bush und seiner eigenen Person als Regisseur. Diese radikale, völlig respektlose Sicht der Dinge ist auf eine bizarre Art durchgehend amüsant. Boll scheißt sich schlichtweg gar nichts und drückt auf jede gesellschaftliche Wunde Amerikas im Minutentakt.

    Zwischen geschmacklosen Albernheiten, derbem Fäkalhumor und überraschend cleverer Satire schwankt die Qualität sekündlich. Das macht das Anschauen zu einer echten Geduldsprobe, die aber durch den hohen Absurditätsfaktor irgendwie unterhält. Am Ende bleibt „Postal“ ein absolut bizarres Spektakel, für das eine einmalige Sichtung am passenden Heimkino-Abend mit Freunden völlig ausreicht. Ein zweites Mal muss man sich dieses filmische Minenfeld definitiv nicht antun, aber dieser eine Ritt auf Uwe Bolls wilder Trash-Achterbahn bleibt garantiert dauerhaft im Gedächtnis haften, weil das Gezeigte so herrlich politisch inkorrekt aus der Reihe tanzt.

    5,5 von 10 wertvolle Krotchy-Puppen

    Kommentar


    • Sonny
      Sonny kommentierte
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      Alter, Du pfeift Dir auch immer mal wirres Zeug rein ... auf sowas würde ich nie kommen.

    • Alex Gabler
      Alex Gabler kommentierte
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      Sonny erwarte das unerwartete. Jetzt hab ich ihn wenigstens mal gesehen.

    • movieguide
      movieguide kommentierte
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      Boll ist bei mir ein rotes Tuch.

  • 22 Mile (PZK)

    Extrem rasanter und kurzweiliger 90minütiger Actionfilm von Peter Berg (!) mit Mark Wahlberg als Leiter einer Spezialeinheit, die einen Spion mit wichtigen Informationen aus Südostasien rausschaffen müssen ...

    Coole Action mit massenhaft Gekloppe, Totschießen und Explosionen! Voll männermäßig!!!

    2+
    "Es sind 106 Meilen bis Chicago, wir haben genug Benzin im Tank, ein halbes Päckchen Zigaretten, es ist dunkel und wir tragen Sonnenbrillen!"

    Schulnotenbewertung: 1 sehr gut (= top!), 2 gut (= empfehlenswert), 3 befriedigend (= in Ordnung),
    4 ausreichend (= geht so), 5 ungenügend (= schlecht), 6 mangelhaft (= sehr schlecht!)


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    • Alex Gabler
      Alex Gabler kommentierte
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      Den muss ich auch mal schauen. Peter Berg und Wahlberg sind ne Spitzen Kombination.

    • movieguide
      movieguide kommentierte
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      den fand ich leider ziemlich mies. Total zerschnitten, trotz des tollen Casts das Potential nicht ausgenutzt

    • Sonny
      Sonny kommentierte
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      movieguide Ja, da hast Du nicht ganz Unrecht, einige Actionsequenzen sind "sehr schnell geschnitten". Allerdings hat er mich insgesamt gut unterhalten, er paßte gestern Abend einfach.

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    „Equilibrium“ (Blu Ray)

    Erstsichtung. Als großer Christian Bale Fan musste ich diesen Film endlich mal nachholen.

    „Equilibrium“ zeigt einen faszinierenden, visuell radikalen Kontrollstaat. In der dystopischen Welt von Libria sind Gefühle per Gesetz verboten. Bürger müssen täglich die Droge Prozium injizieren, um jegliche Emotionen im Keim zu ersticken. Wer sich widersetzt, wird unerbittlich gejagt.

    Die Inszenierung glänzt durch eine extrem cleane Ästhetik. Regisseur Kurt Wimmer setzt auf kalte Betonbauten, minimalistische Kulissen und eine fast klinische Atmosphäre. Dieser Kniff fängt das totalitäre System konsequent ein. Die Welt wirkt leer, trostlos und zutiefst düster. Mittendrin überzeugt Christian Bale als Kleriker John Preston. Seine Wandlung vom emotionslosen Vollstrecker zum zweifelnden Rebellen trägt den gesamten Film. Bale spielt diese innere Zerrissenheit mit einer bemerkenswerten Physis und Präzision.

    Die Geschichte ist packend und bietet trotz bekannter Parallelen zu Orwells „1984“ eine starke, emotionale Substanz. Sobald Preston seine Dosis absetzt, lernt er wieder klar zu denken. Leider wird dieser Prozess visuell viel zu offensichtlich mit Farben untermalt. Während der Kontrollstaat in monotonen Grau- und Blautönen erstarrt, erstrahlt die Welt der Gefühle plötzlich in bunten, warmen Farben. Diese Metapher ist extrem plakativ. Sie nimmt dem intelligenten Drehbuch die Subtilität. Dazu wirken einige Zwischenmenschlichkeiten zu aufgesetzt.

    Ein weiteres Problem ist die Action. Das speziell für den Film entwickelte „Gun-Fu“, eine choreografisch spektakuläre Mischung aus Kampfsport und Schusswaffen, bietet zwar großartige Schauwerte. Allerdings wirken diese hochstilisierten, fast comichaften Actionsequenzen mit wildester Musikuntermalung wie ein Fremdkörper im sonst so ernsten, realistisch angehauchten Sci-Fi-Drama. Sie zerstören immer wieder die mühsam aufgebaute, bedrohliche Atmosphäre.

    „Equilibrium“ bleibt ein atmosphärischer Geheimtipp mit einer starken Story und einem brillanten Hauptdarsteller. Kleinere inszenatorische Holzhammer-Methoden und die (für mich) deplatzierte Action verhindern jedoch den Status eines Meisterwerks.

    7,5 von 10 gerettete Hunde

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      Wanderlust (Joyn)

      Das gestresste New Yorker Ehepaar George und Linda verliert durch eine Pechsträhne schlagartig Job und Wohnung. Auf dem Weg zu Georges unausstehlichem Bruder stranden die beiden eher zufällig in „Elysium“ – einer ultra-liberalen Hippie-Kommune mitten in der Natur. Zwischen freier Liebe, nackten Winzern und dem Verzicht auf jegliche Privatsphäre versuchen die Großstädter, ihr Leben neu zu ordnen.

      Der Film, den ich zuvor schon einmal gesehen hatte, erfindet das Rad des Genres nicht neu. Die Handlung plätschert stellenweise recht vorhersehbar und seicht vor sich hin. Dass die Komödie trotzdem durchgehend Spaß macht, ist dem großartigen Cast zu verdanken.

      Paul Rudd und Jennifer Aniston harmonieren perfekt als geerdetes Paar im absoluten Chaos. Die eigentlichen Stars sind die Kommunen-Mitglieder, allen voran Justin Theroux als manipulativer Hippie-Guru Seth.

      Obwohl manche Witze etwas flach geraten oder ins Absurde abdriften, zünden einige Gags dafür umso besser. Legendär ist vor allem Paul Rudds minutenlanger, improvisierter Monolog vor dem Badezimmerspiegel, in dem er versucht, sich für das Konzept der „freien Liebe“ mental heißzumachen. Oder wenn Aniston durch einen falschen Nipper auf einem Drogentrip im Wald ist – zwei absolute Highlights des Films.

      „Wanderlust“ ist kein cineastisches Meisterwerk, aber man kann den Film einfach gut schauen. Er bietet leichte, humorvolle Kost, die niemanden überfordert und perfekt für einen Abend auf der Couch taugt.

      6,5 von 10 wertvolle Türen für Privatsphäre


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