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Habe die erste Staffel nun durchgeschaut…
„Es: Welcome to Derry“ erweist sich in der Gesamtbetrachtung als eine ordentliche Horrorserie, die vor allem durch ihre dichte Atmosphäre und einen überragenden Hauptdarsteller glänzt.
Als Prequel zu Stephen Kings legendärem Meisterwerk beleuchtet die achtteilige HBO-Produktion die düstere Vorgeschichte der verfluchten Kleinstadt Derry.
Optisch zieht die Serie alle Register. Die Produktion ist visuell extrem hochwertig ausgefallen. Jede Einstellung atmet die gewohnte, cineastische HBO-Qualität. Düstere Schatten, historische Kulissen und eine bedrückende Farbpalette ziehen das Publikum sofort in den Bann.
Ein absolutes Highlight ist dabei die Rückkehr von Bill Skarsgard als Pennywise. Seine Darstellung ist erneut perfekt, verstörend und absolut meisterhaft. Jede einzelne Szene mit dem tanzenden Clown ist ein purer Genuss. Gut, dass die Figur jedoch sehr spärlich eingesetzt wird, was ihre Bedrohlichkeit nur noch weiter steigert. Die gruseligen Szenen glänzen nur so vor Abwechslung und tollen Ideen.
Die Serie konzentriert sich stark auf Derry selbst und die düstere Geschichte hinter der Fassade. Besonders positiv sticht hervor, wie sensibel und schmerzhaft die historischen Rassenprobleme der Stadt aufgegriffen werden. Das neue Ensemble aus Kindern und Jugendlichen schlägt sich ebenfalls hervorragend. Die Kids passen perfekt in das King-Universum und harmonieren wunderbar miteinander – wobei für mich natürlich nichts an die Chemie und den Charme der Derry Kids bzw. dem „Club der Verlierer“ aus der allerersten „ES“-Verfilmung von 1990 herankommt.
Allerdings leidet die Dynamik der acht Folgen unter erzählerischen Schwächen. Nach einem starken Auftakt erweisen sich insbesondere die Folgen 2 und 3 als eher schwach und langatmig. Die Macher wollen oft zu viel auf einmal: Es gibt schlicht zu viele Handlungsstränge, die gleichzeitig bedient werden wollen. Gepaart mit häufigen, teils unübersichtlichen Zeitsprüngen verliert die Erzählung dadurch gelegentlich ihren roten Faden und strapaziert die Geduld der Zuschauer.
Wer ein reines Jumpscare-Fest erwartet, wird eventuell enttäuscht. Wer sich jedoch auf eine atmosphärische, bildgewaltige Überlieferung des Bösen einlässt, bekommt mit „Es: Welcome to Derry“ ein stark gespieltes Serienerlebnis für Fans des Franchises geboten.
Die UHD bietet im Vollbild-Ansichtsverhätlnis 1,78:1 meist gestochen scharfe Bilder mit unzähligen Details. Die Farbpalette ist sehr warm und beinhält viele gold und brauntöne – können aber gerade in den gruseligen Momenten kühler daherkommen. Vor allem Rottöne (Feuerwehrautos, Luftballons, Blut) darf man in allen Akzenten genießen. Helligkeitsspitzen in Form von Feuer, Taschenlampen, Lichtern der Stadt oder gar Pennywise´s Augen, die im Dunkeln herausblitzen, machen Laune. Der Schwarzwert ist schön tief, bietet sattestes Schwarz und lässt nur in ganz wenigen Ausnahmefällen Details in Gesichtern verschwinden – vor allem, wenn diese vor einem sehr hellen Hintergrund wie einem Fenster stehen.
Der Dolby Digital 5.1 Ton klingt (wieder einmal) nur am Papier altbacken, denn was Dynamik anbelangt, bringt diese Tonspur auch das Heimkino zum Beben. Der Subwoofer darf ordentlich mitmischen und Dialoge kommen glasklar aus dem Center. Der Score selbst geht schon in Ordnung, könnte aber etwas eingängiger sein.
Als Bonusmaterial gibt’s zu jeder Folge einen Audiokommentar und Featurettes zu sehen. Auch gibt es Einblicke hinter die Kulissen, zum Beispiel wenn Bill Skarsgard stundenlang zu Pennywise geschminkt wird.
7,5 von 10 blutrote Luftballons
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