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Dante´s Peak (4K UHD, HDR10, Dolby Atmos)
Das kleine Dorf Dante's Peak liegt in der Nähe eines Vulkans. Als eines Tages ein Pärchen in den kochend heißen Quellen eines Tümpels stirbt ist das für den Vulkanologen Harry Dalton ein klares Indiz für einen bevorstehenden Vulkanausbruch. Er empfiehlt, die Stadt zu evakuieren, um eine Katastrophe zu verhindern. Doch außer der Bürgermeisterin Rachel Wando will ihm niemand Glauben schenken. Als der Vulkan tatsächlich ausbricht, müssen die beiden die Bevölkerung retten.
Der 1997 unter der Regie von Roger Donaldson („Species“) veröffentlichte „Dante´s Peak“ war ein prominenter Beitrag zur Welle der Katastrophenfilme der 90er Jahre und lieferte sich ein direktes Duell mit dem nur wenige Monate später gestarteten „Volcano“, der leider von den Einnahmen her leider nicht mithalten konnte. Der Film, der den Opfern des Ausbruchs des Mount St. Helens von 1980 gewidmet ist, setzt auf eine Mischung aus (leicht) wissenschaftlichem Anspruch und visuellem Overkill.
Die Handlung folgt dem klassischen Katastrophenfilm-Muster: Der warnende Experte wird zunächst ignoriert, bis die Katastrophe unausweichlich wird. Die Spannung wird effektiv aufgebaut, wobei die erste Hälfte des Films sich Zeit nimmt, die Bedrohung durch seismische Aktivitäten und chemische Veränderungen zu etablieren. Wenn der Vulkan schließlich ausbricht, wechselt der Film in einen nervenaufreibenden Action-Modus, der bis zum Schluss fesselt. Die Dramatik ist hoch, auch wenn einige wissenschaftliche Freiheiten für den Effekt (z.B. das rasche Auflösen eines Bootes im Säuresee oder das Entkommen vor pyroklastischen Strömen im Auto) in Kauf genommen wurden.
Die visuellen Effekte waren 1997 beeindruckend und halten sich, im Gegensatz zu vielen rein digitalen Effekten der Zeit, überraschend gut. Dies liegt daran, dass der Film stark auf eine Kombination aus den damals größten jemals gebauten Miniaturmodellen und praktischen Effekten setzte, die durch digitale Technologien ergänzt wurden. Besonders die Szenen mit dem Fluss und der Brücke sowie dem Säuresee sind visuell dicht und intensiv. Die Darstellung der pyroklastischen Ströme und der allgemeinen Zerstörung ist wuchtig und liefert genau den "Wumms", den man von einem solchen Film, vor allem fast 30 Jahre später, nicht erwartet.
Pierce Brosnan (dank „Goldeneye“ frisch im James-Bond-Fieber) als pflichtbewusster Vulkanologe Dr. Harry Dalton und Linda Hamilton („Terminator“) als resolute Bürgermeisterin Rachel Wando spielen ihre Rollen souverän, auch wenn die Charaktere selbst eher typisch für das Genre sind. Ihre Chemie ist nicht elektrisierend (ich sehe Linda Hamilton einfach nicht als flirtende Frau), aber glaubwürdig genug, um das Publikum emotional an die Handvoll Hauptfiguren zu binden, die inmitten des Chaos ums Überleben kämpfen.
„Dante´s Peak“ ist ein geradliniger, spannender und visuell beeindruckender Katastrophenfilm, der genau das liefert, was er verspricht: packende Unterhaltung mit viel Zerstörung und Herz. Er ist ein überdurchschnittliches Beispiel seines Genres, das durch seine handgemachten Effekte und eine solide Besetzung auch heute noch gut funktioniert.
Die Bildqualität profitiert von einem neuen 4K-Scan des originalen 35-mm-Kameranegativs, der vom Regisseur Roger Donaldson persönlich überwacht und freigegeben wurde. Genau wie auch unlängst bei „Daylight“, ebenfalls aus dem Hause Turbine, brauchte ich kurz, mich an das analoge 4K Bild zu „gewöhnen“, da anfangs noch viel Filmkorn das Bild ziert. Mit der Zeit merkt man dann deutlich, wie die native 4K-Auflösung für eine deutlich verbesserte Detailgenauigkeit und Klarheit sorgt. Zum Beispiel bei der Notfall-Sitzung in der Turnhalle sieht man Details bis in die letzte Reihe. Abgesehen von den (offensichtlichen) Matte Paintings und den Modellen punkten die weitläufigen Landschaftsaufnahmen und auch bei Texturen von Kleidung und Haut ist ein spürbarer Unterschied zur Blu-ray festzustellen.
HDR10 führt zu tieferen Schwarzwerten, helleren Weißtönen und lebendigeren Farben, was dem Katastrophenfilm, der oft mit Feuer, Asche und Wasser spielt, zugutekommt. Die Farbgebung wirkt organischer, natürlicher und nuancierter als zuvor. Gerade Spitzlichter sind eine (Achtung: Wortspiel) „helle“ Freude. Diese Sorgen für Spitzenhelligkeiten bei Explosionen, Funkenspritzer aus Strommasten aber auch beim Glanz in den Augen. Wirklich top. Die Bitrate ist ok und ist im 60er bis 70er Mbit/s angesiedelt. Upgrade lohnt.
Sehr cool ist aber auch der neue deutsche Dolby Atmos Ton. Besonders die Actionszenen, wie der Ausbruch des Vulkans, Hubschrauberflüge und das Bersten bzw. Herabfallen von Gestein Dächern oder Strommasten, profitieren von den Höhenkanälen und der präzisen Ortung von Soundeffekten im Raum. Auch der Score wird in den Actionmomenten mit „nach oben“ genommen. Der Soundtrack ist dynamisch und kraftvoll aber meiner Meinung nach etwas generisch. Dialoge bleiben dabei stets klar und verständlich, auch wenn die Umgebungseffekte und die Filmmusik an Intensität gewinnen. Lediglich vom Subwoofer hätte ich mir etwas mehr Druck gewünscht.
8 von 10 letzte Dates in heißen Quellen
Dante´s Peak (4K UHD, HDR10, Dolby Atmos)
Das kleine Dorf Dante's Peak liegt in der Nähe eines Vulkans. Als eines Tages ein Pärchen in den kochend heißen Quellen eines Tümpels stirbt ist das für den Vulkanologen Harry Dalton ein klares Indiz für einen bevorstehenden Vulkanausbruch. Er empfiehlt, die Stadt zu evakuieren, um eine Katastrophe zu verhindern. Doch außer der Bürgermeisterin Rachel Wando will ihm niemand Glauben schenken. Als der Vulkan tatsächlich ausbricht, müssen die beiden die Bevölkerung retten.
Der 1997 unter der Regie von Roger Donaldson („Species“) veröffentlichte „Dante´s Peak“ war ein prominenter Beitrag zur Welle der Katastrophenfilme der 90er Jahre und lieferte sich ein direktes Duell mit dem nur wenige Monate später gestarteten „Volcano“, der leider von den Einnahmen her leider nicht mithalten konnte. Der Film, der den Opfern des Ausbruchs des Mount St. Helens von 1980 gewidmet ist, setzt auf eine Mischung aus (leicht) wissenschaftlichem Anspruch und visuellem Overkill.
Die Handlung folgt dem klassischen Katastrophenfilm-Muster: Der warnende Experte wird zunächst ignoriert, bis die Katastrophe unausweichlich wird. Die Spannung wird effektiv aufgebaut, wobei die erste Hälfte des Films sich Zeit nimmt, die Bedrohung durch seismische Aktivitäten und chemische Veränderungen zu etablieren. Wenn der Vulkan schließlich ausbricht, wechselt der Film in einen nervenaufreibenden Action-Modus, der bis zum Schluss fesselt. Die Dramatik ist hoch, auch wenn einige wissenschaftliche Freiheiten für den Effekt (z.B. das rasche Auflösen eines Bootes im Säuresee oder das Entkommen vor pyroklastischen Strömen im Auto) in Kauf genommen wurden.
Die visuellen Effekte waren 1997 beeindruckend und halten sich, im Gegensatz zu vielen rein digitalen Effekten der Zeit, überraschend gut. Dies liegt daran, dass der Film stark auf eine Kombination aus den damals größten jemals gebauten Miniaturmodellen und praktischen Effekten setzte, die durch digitale Technologien ergänzt wurden. Besonders die Szenen mit dem Fluss und der Brücke sowie dem Säuresee sind visuell dicht und intensiv. Die Darstellung der pyroklastischen Ströme und der allgemeinen Zerstörung ist wuchtig und liefert genau den "Wumms", den man von einem solchen Film, vor allem fast 30 Jahre später, nicht erwartet.
Pierce Brosnan (dank „Goldeneye“ frisch im James-Bond-Fieber) als pflichtbewusster Vulkanologe Dr. Harry Dalton und Linda Hamilton („Terminator“) als resolute Bürgermeisterin Rachel Wando spielen ihre Rollen souverän, auch wenn die Charaktere selbst eher typisch für das Genre sind. Ihre Chemie ist nicht elektrisierend (ich sehe Linda Hamilton einfach nicht als flirtende Frau), aber glaubwürdig genug, um das Publikum emotional an die Handvoll Hauptfiguren zu binden, die inmitten des Chaos ums Überleben kämpfen.
„Dante´s Peak“ ist ein geradliniger, spannender und visuell beeindruckender Katastrophenfilm, der genau das liefert, was er verspricht: packende Unterhaltung mit viel Zerstörung und Herz. Er ist ein überdurchschnittliches Beispiel seines Genres, das durch seine handgemachten Effekte und eine solide Besetzung auch heute noch gut funktioniert.
Die Bildqualität profitiert von einem neuen 4K-Scan des originalen 35-mm-Kameranegativs, der vom Regisseur Roger Donaldson persönlich überwacht und freigegeben wurde. Genau wie auch unlängst bei „Daylight“, ebenfalls aus dem Hause Turbine, brauchte ich kurz, mich an das analoge 4K Bild zu „gewöhnen“, da anfangs noch viel Filmkorn das Bild ziert. Mit der Zeit merkt man dann deutlich, wie die native 4K-Auflösung für eine deutlich verbesserte Detailgenauigkeit und Klarheit sorgt. Zum Beispiel bei der Notfall-Sitzung in der Turnhalle sieht man Details bis in die letzte Reihe. Abgesehen von den (offensichtlichen) Matte Paintings und den Modellen punkten die weitläufigen Landschaftsaufnahmen und auch bei Texturen von Kleidung und Haut ist ein spürbarer Unterschied zur Blu-ray festzustellen.
HDR10 führt zu tieferen Schwarzwerten, helleren Weißtönen und lebendigeren Farben, was dem Katastrophenfilm, der oft mit Feuer, Asche und Wasser spielt, zugutekommt. Die Farbgebung wirkt organischer, natürlicher und nuancierter als zuvor. Gerade Spitzlichter sind eine (Achtung: Wortspiel) „helle“ Freude. Diese Sorgen für Spitzenhelligkeiten bei Explosionen, Funkenspritzer aus Strommasten aber auch beim Glanz in den Augen. Wirklich top. Die Bitrate ist ok und ist im 60er bis 70er Mbit/s angesiedelt. Upgrade lohnt.
Sehr cool ist aber auch der neue deutsche Dolby Atmos Ton. Besonders die Actionszenen, wie der Ausbruch des Vulkans, Hubschrauberflüge und das Bersten bzw. Herabfallen von Gestein Dächern oder Strommasten, profitieren von den Höhenkanälen und der präzisen Ortung von Soundeffekten im Raum. Auch der Score wird in den Actionmomenten mit „nach oben“ genommen. Der Soundtrack ist dynamisch und kraftvoll aber meiner Meinung nach etwas generisch. Dialoge bleiben dabei stets klar und verständlich, auch wenn die Umgebungseffekte und die Filmmusik an Intensität gewinnen. Lediglich vom Subwoofer hätte ich mir etwas mehr Druck gewünscht.
8 von 10 letzte Dates in heißen Quellen








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